Jenseits des Verschneiten Waldes

 

Jenseits des verschneiten Waldes trafen sich am Beginn der Weihnachtszeit die Liebe,

die Zufriedenheit, der Traum und die Weisheit.

Die Weisheit hatte diese besondere Versammlung einberufen.

"Es freut mich, dass ihr alle pünktlich erschienen seid", sprach die Weisheit.

"Ich habe euch zu mir gebeten, um mir zu helfen, wieder wahre Gefühle zu

der gefühlsverwahrlosten Menschheit zu bringen.

Seht euch um, wo ist die Liebe geblieben - kurzfristig vielleicht wird sie angenommen,

gehegt und gepflegt, aber nach einiger Zeit wird sie abgelegt wie ein Kleidungsstück,

das zu kurz oder zu eng geworden ist. Und wer ist heute noch zufrieden? Jeder will mehr,

vor allem mehr als der andere besitzt, mehr Macht und mehr Geld haben.

Die Menschen haben das Lachen verlernt" "...und dabei führt das Lachen allein zur Liebe" ,

ergänzte die Liebe leise und man merkte, dass sie leicht zu frieren begann.

Die Zufriedenheit wischte sich ihre Nase am Zipfel ihrer Kleiderschürze ab

und steckte die Hände noch tiefer in die Jackentasche, denn ihr war mittlerweile auch kalt geworden.

"Wir wollen die Adventszeit nützen", erhob die Weisheit wieder Wort," und versuchen,

die Herzen der Menschen ein wenig zu öffnen.

Wenn uns das gelingt, so ist schon ein entscheidender Schritt getan,

unsere Welt ein wenig zu verbessern.

 Ich habe eine gute Idee.

Ihr macht euch jetzt auf den Weg, und bringt mir bis zum Heiligen Abend ein Geschenk mit,

das den drei Grundsätzen "Liebe", "Zufriedenheit" und "Träumen" entspricht.

Und diese Geschenke werden wir an diesem Abend auf der Welt verteilen.

Je nachdem welche Geschenke ihr mir bringt, wird es mit der Verbesserung der Welt rascher

oder langsamer voran gehen."

"Welch kluge Ideen, du immer hast", sagte die Liebe. " Lasst uns doch gleich beginnen,

denn bis zum Heilig`Abend ist nicht mehr viel Zeit."

"Wir treffen uns also Heilig`Abend hier an dieser Stelle bei Einbruch der Dunkelheit",

rief ihnen die Weisheit nach.

Endlich war es so weit - es war Heilig`Abend, und die Weisheit machte sich auf den Weg

zum vereinbarten Treffpunkt. Wie erstaunt war sie, als die Liebe,

der Traum und die Zufriedenheit schon da waren. "Nun, meine Lieben, was habt ihr mitgebracht?",

fragte die Weisheit. Der Traum trat vor und sprach:"Wir sind lange umhergeirrt und haben versucht,

passende Geschenke zu finden. Es war nicht leicht. Doch wir hoffen, wir haben deine Aufgabe gut gelöst.

Hier ist mein Geschenk." Der Traum hob seinen Sternen besetzten Mantel hoch, und hervor trat die Hoffnung.

"Ich habe dir die Demut mitgebracht", rief die Liebe und erstrahlte bei diesem Satz in einem ganz zarten Rosa.

 "Und ich habe das Glück gefunden", sprach die Zufriedenheit, "es hat mir fest versprochen, uns zu helfen."

Die Weisheit schmunzelte: "Ihr habt die einzig richtigen Geschenke gefunden.

In unseren Träumen spiegelt sich die Hoffnung wieder, die Demut ist Bestandteil der Liebe

und das Glück ist unzertrennbar mit der Zufriedenheit verbunden.

Ihr habt ausgezeichnet gewählt. Ich bin sehr stolz auf euch. Denn mit der Hoffnung, dem Glück

und der Demut werden die Menschen heiterer, fröhlicher und ein klein wenig weiser machen können.

" Die Liebe, die Demut, der Traum und die Hoffnung, die Zufriedenheit

und das Glück nahmen sich bei den Händen und die Weisheit in die Mitte,

und man hörte sie noch bis tief in die Nacht hinein lachen, singen und tanzen.